Zur „Heimat“-Debatte einige persönliche Gedanken

Bild: privat

Bundesinnenministerin Nancy Faeser twitterte diese Tage folgendes „Wir müssen den Begriff „Heimat“ positiv umdeuten und so definieren, dass er offen und vielfältig ist. Und, dass er ausdrückt, dass Menschen selbst entscheiden können, wie sie leben, glauben und lieben wollen. Das wäre ein Gewinn für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

 

Und wie so üblich – groß war der Widerhall und die Kritik, z. B. sagte der scheidende CDU-Kreischef und MdL Meysner, er brauche keine positive Umdeutung des Wortes Heimat, er liebe seine Heimat. Das ist sicherlich völlig in Ordnung, aber mit Sicherheit nicht das, worauf Nancy Faeser mit ihrer Aussage abgezielt hat. Auch für mich ist „Heimat“ ein positiver Begriff, aber er hat sich über die Jahre entwickelt und verändert. Früher war das für mich eigentlich allein meine damalige Wohnortgemeinde Eiterfeld. Heute sehe ich die ganze Region Fulda-Vogelsberg-Hersfeld, also Osthessen, als meine Heimat an.

 

In den letzten Jahren wurde der Begriff „Heimat“ häufig aus der rechten Ecke verwendet, um zu argumentieren und zu begründen, dass viele Menschen, die in Deutschland leben, doch in ihre Heimat zurückgehen sollen. Der an sich positive Begriff „Heimat“ wurde somit von einigen zu einem ausgrenzenden Begriff hingedreht. Und das ist der entscheidende Punkt – das geht nicht!

 

Wir müssen doch heute erkennen, dass „Heimat“ kein einheitlicher und kein statischer Begriff ist. Für die einen ist Heimat da, wo sie immer gelebt haben und bis zu ihrem Lebensende leben wollen. Andere haben in ihrem Leben eine neue Heimat gefunden, vielleicht sogar mehrfach – manche, weil sie es sich aussuchen konnten, viele aber auch unfreiwillig. Es gibt auch Menschen, für die ist Heimat gar kein fester Ort, sondern nur ein Zustand, das sind z.B. Menschen, die sagen „Heimat ist für mich da, wo ich WLAN habe und mich gerade wohlfühle“.

 

Für mich war der Begriff „Heimat“ immer individuell, von daher brauche auch ich keine „Umdeutung“. Diese „Umdeutung“ sei aber denjenigen angeraten, die den Begriff „Heimat“ so verwenden, dass er Menschen ausgrenzt. Ich bin mir sicher, dass es Nancy Faser genau darum ging – und dabei hat sie mich an ihrer Seite!